In Gold und Silber investieren: Möglichkeiten, Kosten und Steuern
Gold und Silber zählen zu den bekanntesten Edelmetallen für private Anlegerinnen und Anleger. Doch je nach Anlageform unterscheiden sich Kosten, Risiken, steuerliche Regeln und die Frage, wie einfach sich die Edelmetalle später wieder verkaufen lassen.
Kurz erklärt: In Gold und Silber investieren – welche Möglichkeiten gibt es?
Du kannst physisches Gold oder Silber in Form von Münzen und Barren kaufen oder über börsengehandelte Produkte an der Preisentwicklung der Edelmetalle teilhaben. Physisches Anlagegold ist beim Kauf grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Beim Kauf von Silber fallen dagegen regelmäßig 19 Prozent Umsatzsteuer an. Gold-ETCs wie Xetra-Gold oder EUWAX Gold II lassen sich über ein Wertpapierdepot handeln, sind aber rechtlich keine ETFs und bringen ein Emittentenrisiko mit sich.
Welche Anlageform infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, ob dir der unmittelbare Besitz, die schnelle Handelbarkeit, geringe laufende Kosten oder die steuerliche Behandlung besonders wichtig sind. Edelmetalle zahlen weder Zinsen noch Dividenden, und ihr Preis kann schwanken. Sie eignen sich deshalb eher als Beimischung als als alleinige Geldanlage.
Gold und Silber als Geldanlage: Das Wichtigste auf einen Blick
- Du kannst Edelmetalle physisch als Münzen oder Barren sowie indirekt über Wertpapiere kaufen.
Anlagegold ist beim Kauf grundsätzlich umsatzsteuerfrei; bei physischem Silber fallen regelmäßig 19 Prozent Umsatzsteuer an. - Kleine Barren und Münzen haben bezogen auf den Metallwert meist ein höheres Aufgeld als größere Einheiten.
- Edelmetalle zahlen keine Zinsen oder Dividenden. Zusätzlich bestehen Preis-, Kosten- und je nach Produkt Emittentenrisiken.
- Gewinne aus dem privaten Verkauf physischer Edelmetalle können innerhalb der einjährigen Frist steuerpflichtig sein. Die Einzelheiten solltest du anhand deiner persönlichen Situation prüfen.
Gold und Silber als Geldanlage im Vergleich
| Anlageform | Vorteile | Nachteile und Risiken | Steuer beim Kauf |
|---|---|---|---|
| Goldbarren | Physischer Besitz, bei größeren Einheiten meist geringeres Aufgeld | Kosten für sichere Aufbewahrung, Preisrisiko, keine laufenden Erträge | Anlagegold grundsätzlich umsatzsteuerfrei |
| Gold-Anlagemünzen | Physischer Besitz, bekannte Münzen häufig gut handelbar | Kleine Stückelungen haben meist ein höheres Aufgeld | Bei erfüllten Voraussetzungen umsatzsteuerfrei |
| Silberbarren und Silbermünzen | Physischer Besitz, Einstieg mit kleineren Beträgen möglich | Stärkere Preisschwankungen, höherer Platzbedarf, Aufgeld | Regelmäßig 19 Prozent Umsatzsteuer |
| Gold-ETCs | Über ein Depot handelbar, keine eigene Lagerung erforderlich | Emittentenrisiko, Produkt- und gegebenenfalls Auslieferungskosten | Steuerliche Behandlung hängt vom konkreten Produkt ab |
| Goldminen-ETFs | Breite Streuung über mehrere Unternehmen möglich | Beteiligung an Unternehmen statt unmittelbare Anlage in Gold; zusätzliche Unternehmens- und Branchenrisiken | Besteuerung nach den Regeln für Investmentfonds |
| Schmuck und Sammlermünzen | Nutz- beziehungsweise möglicher Sammlerwert | Hohe Aufschläge, Bewertung setzt Fachkenntnisse voraus | Abhängig vom konkreten Erwerb |
Auch, wenn es etwas anderes vermuten lässt: Der Goldpreis schwankt weniger stark als viele andere Anlageklassen. Laut einer Studie des World Council wirft ein Depot mit einem Goldanteil zwischen 3,3 % und 7,5 % langfristig mehr Rendite ab als ein Depot ohne Gold.
In Goldmünzen investieren
Die Preise von Goldmünzen schwanken täglich; sie sind vom jeweiligen Edelmetalltagespreis und der Handelsspanne des Verkäufers abhängig.
Goldbarren und Goldmünzen sind sogenanntes »Anlagegold«. Beim Kauf von Anlagegold fällt keine Mehrwertsteuer an.
Die Europäische Kommission hat die Liste der Goldmünzen, die für das Jahr 2026 die für eine Steuerbefreiung relevanten Kriterien erfüllen, bekanntgegeben. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat einen Abdruck dieser Liste veröffentlicht. Das Dokument findest du auf der Internetseite des BMF.
Gold-Anlagemünzen kannst du in verschiedenen Stückelungen, zum Beispiel als 1-Unzen-Münze, als 1/2-, 1/4- oder 1/10-Unzen-Münze, erwerben. Beim Kauf der Münzen verlangen die Banken einen Aufschlag auf den inneren Metallwert. Mit dieser Verkaufsgebühr finanzieren sie die für das Goldgeschäft anfallenden Bevorratungs- und Prüfkosten und ihre Gewinnspanne.
Tipp
Für die Höhe des Aufschlags gilt: Je kleiner die Stückelung (z.B. 1/10 Unze) ausfällt, desto höher sind die Gebühren. Bei einer 1/10-Unzen-Münze musst du bereits mit einem Gebührenanteil von rund 22 % am Endverkaufspreis rechnen. Deshalb solltest du bei der Goldanlage 1-Unzen-Münzen bevorzugen.
Was sind die wichtigsten Gold-Anlagemünzen?
- Krügerrand Südafrika, seit 1967. Diese war die erste Anlagemünze in Gold und dominiert bis heute den Weltmarkt.
- Maple Leaf Kanada, seit 1979. Auf der Münze ist das kanadische Ahornblatt zu sehen.
- Nugget Kangaroo Australien, seit 1987. Das Motiv wechselt jährlich, aber es ist immer ein Känguru zu sehen.
- American Eagle USA, seit 1986. Abgebildet sind die Freiheitsstatue und ein Seeadler über seinem Horst.
- Wiener Philharmoniker Österreich, seit 1989. Zu sehen sind Instrumente der Philharmoniker sowie eine Orgel.
- Britannia Großbritannien, seit 1987. In den ersten Prägejahren war sie aus Rotgold, später aus Gelbgold.
Sammlermünzen und Medaillen
Von den Anlage-Goldmünzen zu unterscheiden sind die historischen Gold-Sammlermünzen. Hier richten sich die Preise in erster Linie nach dem Liebhaberwert, der oft erheblich über dem Goldwert liegt. Je seltener eine Münze, desto höher ist ihr Wert. Vorausgesetzt, es gibt Sammler, die bereit sind, für ihre Liebhaberei so viel zu bezahlen. Ohne spezielle Marktkenntnisse werden hier schnell kostspielige Fehler gemacht.
Ein weiteres Manko: Im Gegensatz zum Kauf von Gold-Anlagemünzen fällt beim Erwerb von Sammlermünzen weiterhin die Mehrwertsteuer an. Als Wertanlage sind sie daher nicht geeignet.
Goldbarren als Geldanlage
Für Einsteiger in die physische Goldanlage ist der Goldbarren gegenüber den Goldmünzen das einfachere Produkt, um zu investieren. Denn sie brauchen dafür kein Spezialwissen über Münzen, deren Eigenschaften, Herkunft und Verbreitung. Beim Kauf eines Barrens musst du lediglich auf den richtigen Feingoldgehalt, den Hersteller, das Gewicht und den Preis achten.
Goldbarren sind in Relation zum Goldwert preiswerter als Münzen (das liegt vor allem an den Prägekosten), jedoch schwerer verwertbar. Auch bei Goldbarren wächst mit zunehmend kleinerer Stückelung das Aufgeld. Bei der kleinsten Stückelung erhält man am wenigsten Gold für sein Geld. Bei den Goldbarren variieren die Größen vom 12,5-kg-Goldbarren bis hinunter zum 1-Gramm-Goldbarren. Der Kauf und Verkauf von Goldbarren ist in Deutschland mehrwertsteuerfrei.
Geldanlage in Goldschmuck
Investitionen in Goldschmuck hingegen sind zur Geldanlage ungeeignet. Denn nur im eingeschmolzenen Zustand lässt sich bei Goldschmuck der tatsächliche Wert des Edelmetalls erzielen. Der Kaufpreis von Schmuck liegt meist weit über dem tatsächlichen Goldwert, weil der Käufer auch die Kosten für das Design und die Handarbeit des Goldschmieds bezahlen muss.
In Silber investieren: Chancen, Kosten und Risiken
Silber wird meist als »Gold des kleinen Mannes« bezeichnet. Hinsichtlich des Werterhalts in Zeiten von Krise und Inflation verhält sich Silber durchaus wie ein Edelmetall.
Im Gegensatz zum Goldmarkt führt der Silbermarkt im Bewusstsein der Privatanleger eher ein Nischendasein. Der Silbermarkt ist eng und wird zum überwiegenden Teil von Hedge-Fonds und privaten Großspekulanten dominiert. Gerade einmal ein Zehntel des Goldmarktes macht er aus. Und weil der Markt so klein ist, sind die Kursschwankungen deutlich stärker als beim Goldpreis. Allerdings gilt das für beide Richtungen. Überraschende Kursexplosionen und kräftige Kursabstürze sind darum ein Markenzeichen des Silbermarkts. Kenner sprechen wegen der entsprechenden Kursverläufe auch vom »Sägezahn-Markt«.
Wie beim Gold, kann man auch Silber durch den Kauf von Silberbarren und Silbermünzen physisch besitzen. Doch Gewicht und Umsatzsteuer erschweren das Vorhaben für den Privatanleger. Silber für 100.000 US-Dollar wiegt bei einem Kurs von 75,90 US-Dollar z.B. ungefähr 41 kg. Zudem fallen beim Kauf von Silber 19 % Umsatzsteuer an. Im Gegensatz dazu ist der Goldkauf von der Umsatzsteuer befreit.
Deshalb verzichten viele Investoren auf den physischen Besitz von Silber und setzen mit anderen Anlageformen auf einen Kursanstieg von Silber. Dies funktioniert bspw. mit den Discount-Zertifikaten oder auch Bonus-Zertifikaten.
Gold oder Silber: Was sind die wichtigsten Unterschiede?
| Gold | Silber |
|---|---|
| Kauf von Anlagegold grundsätzlich umsatzsteuerfrei | Beim Kauf fällt regelmäßig Umsatzsteuer an |
| Benötigt wenig Lagerplatz | Benötigt mehr Lagerplatz |
| Häufig geringere Kursschwankungen | Häufig stärkere Kursschwankungen |
| Wird oft als stabileres Edelmetall angesehen | Bietet höhere Chancen, aber auch größere Risiken |
Kurz gesagt: Gold gilt häufig als die defensivere Anlage, Silber als die volatilere Alternative. Welche Variante besser geeignet ist, hängt von deinen persönlichen Anlagezielen und deiner Risikobereitschaft ab.
Gold oder Silber: Was passt besser zu deinem Anlageziel?
Gold lässt sich physisch kompakter lagern und ist als Anlagegold beim Kauf grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Silber ist dagegen stärker industriell geprägt, benötigt bei demselben Anlagewert deutlich mehr Lagerraum und unterliegt beim Kauf regelmäßig der Umsatzsteuer. Zudem kann der Silberpreis stärker schwanken.
Wenn dir physischer Besitz und eine platzsparende Aufbewahrung wichtig sind, ist Anlagegold häufig einfacher zu handhaben. Silber kann interessant sein, wenn du bewusst an der Entwicklung des Silberpreises teilhaben möchtest und die höheren Kaufnebenkosten sowie stärkeren Schwankungen berücksichtigst. Eine sichere Rendite bietet keines der beiden Edelmetalle.
Gold und Silber verkaufen: Wann ist der Gewinn steuerpflichtig?
Für den Besitz von physischen Edelmetallen bekommst du weder Dividenden noch Zinsen. Folglich musst du auch keine Einkommensteuer an das Finanzamt bezahlen, solange du deine physischen Edelmetalle behältst.
Wenn du dein Gold und/oder Silber wieder verkaufst, gilt:
- Der Verkauf innerhalb eines Jahres ist bei physischen Edelmetallen steuerpflichtig mit dem persönlichen Steuersatz. Es gibt dabei eine Freigrenze in Höhe von 1.000 Euro: Wenn alle (!) deine privaten Verkäufe zusammen einen Gewinn von maximal 1.000 Euro gebracht haben, bleibt der Betrag steuerfrei. Wird diese Grenze überschritten, muss der komplette Gewinn versteuert werden.
- Wenn du die Edelmetalle nach mehr als einem Jahr wieder verkaufst, bleibt der Verkauf steuerfrei.
Xetra-Gold: So funktioniert die Anlage über einen Gold-ETC
Bei Xetra-Gold handelt es sich um eine von der Deutschen Börse Commodities GmbH emittierte, auf Goldbestände laufende nennwertlose Anleihe. Die Anleihe ist ein börsengehandeltes Wertpapier in Form einer Inhaberschuldverschreibung (Exchange Trades Commodities, kurz: ETC), das einen Anspruch auf die Lieferung von Gold verbrieft. Mit jeder einzelnen Xetra-Gold-Teilschuldverschreibung wird Investoren das Recht eingeräumt, von dem Emittenten die Lieferung von einem Gramm Gold zu verlangen.
Wichtig
Edelmetall-ETFs (Exchange Traded Funds) auf reines, physisches Gold sind in Deutschland nicht zugelassen. Anleger müssen daher auf Gold-ETCs ausweichen. Neben dem eben beschriebenen Xetra-Gold gibt es zum Beispiel noch den EUWAX Gold. ETFs gibt es aber natürlich grundsätzlich auch, diese investieren dann in die Aktien von Goldminen.
Edelmetall-Depot
Physisch hinterlegte Gold-ETCs erleichtern den börslichen Handel mit Gold, ohne dass du Barren oder Münzen selbst lagern musst. Vergleiche dabei insbesondere Geld-Brief-Spanne, Depot- und Transaktionskosten, Produktstruktur, Emittentenrisiko und mögliche Auslieferungskosten.
Angelegt wird das Kapital ausschließlich in ETCs, die das jeweilige Edelmetall in physischer Form hinterlegt haben und bei denen ein rechtlicher Auslieferungsanspruch besteht.
Wichtig
Die steuerliche Behandlung von Gold-ETCs, Zertifikaten und Goldfonds kann sich unterscheiden. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Produktgestaltung und ein möglicher Anspruch auf Lieferung physischen Goldes. Die für Xetra-Gold ergangene Rechtsprechung lässt sich daher nicht ohne Weiteres auf andere Produkte übertragen.
Verkauf von Altgold
Zahngold und Schmuck sind die klassischen Beispiele, wenn es um Altgold geht. Bei hohen Goldpreisen kann es für Besitzer von Altgold verlockend sein, über einen Verkauf nachzudenken. Vor allem dann, wenn man vielleicht alten Schmuck geerbt hat, für den man keine Verwendung mehr hat, bietet sich die Gelegenheit zum Verkauf an.
Der Preis, den man für sein Altgold erzielen kann, hängt vom Schmelzwert ab. Feingold (999,9er) erreicht einen besseren Kurs als 750er- oder 333er-Gold. Letztere sind aufwendiger in der Aufbereitung und bringen deshalb weniger Erlös. Die Höhe vom Erlös hängt aber auch stark vom jeweiligen Anbieter ab.
Tipp
Wenn du vorhast, dein Altgold zu verkaufen, solltest du dir vorab mehrere Angebote einholen. Leider ist es nämlich keine Seltenheit, dass dir nur ein Viertel des möglichen Wertes angeboten wird.
Autor: Redaktion Steuertipps
Zuletzt aktualisiert am 19.10.2026