Steuer-ID und Steuernummer: Was ist der Unterschied?
Für viele Menschen sind Steuer-ID und Steuernummer einfach zwei Nummern vom Finanzamt. Tatsächlich erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Hier erfährst du, worin der Unterschied besteht, wo du die Steuer-ID findest und was du tun kannst, wenn sie nicht auffindbar ist.
Steuer-ID und Steuernummer: Kurz erklärt
Die Steuer-Identifikationsnummer, kurz Steuer-ID oder IdNr, ist eine persönliche elfstellige Nummer. Sie bleibt dauerhaft gültig und ändert sich auch bei einem Umzug, einer Heirat oder einer Namensänderung nicht. Die Steuernummer wird dagegen vom zuständigen Finanzamt vergeben und kann sich ändern. Du findest deine Steuer-ID normalerweise auf deinem Einkommensteuerbescheid oder deiner Lohnsteuerbescheinigung. Ist sie nicht mehr auffindbar, kannst du sie beim Bundeszentralamt für Steuern erneut anfordern.
Die Verwendung der Steuer-ID ist gesetzlich beschränkt. Neben den Finanzbehörden dürfen auch andere öffentliche oder nicht öffentliche Stellen die Nummer verarbeiten, wenn eine Rechtsvorschrift dies erlaubt oder die Nummer für eine vorgeschriebene Datenübermittlung an die Finanzverwaltung erforderlich ist.
Es gibt allerdings auch andere Stellen, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, Daten zu steuerlichen Zwecken an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Dazu gehören beispielsweise die Krankenkasse und die Rentenversicherung. Solche Stellen dürfen die Steuer-ID nur im gesetzlich vorgesehenen Umfang verarbeiten und für vorgeschriebene Meldungen an die Finanzverwaltung verwenden.
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Steuer-ID und Steuernummer: der Unterschied
| Merkmal | Steuer-ID | Steuernummer |
|---|---|---|
| Wofür steht sie? | Sie identifiziert eine natürliche Person eindeutig. | Sie ordnet Steuerfälle beim zuständigen Finanzamt zu. |
| Wer vergibt sie? | Das Bundeszentralamt für Steuern | Das zuständige Finanzamt |
| Wie sieht sie aus? | Elf Ziffern | Aufbau und Länge können je nach Bundesland bzw. bundeseinheitlichem Schema variieren. |
| Ändert sie sich? | Nein, grundsätzlich nicht. | Ja, zum Beispiel bei einem Wechsel des zuständigen Finanzamts. |
| Wo findest du sie? | Zum Beispiel auf der Lohnsteuerbescheinigung oder dem Einkommensteuerbescheid | Zum Beispiel auf Steuerbescheiden und Schreiben des Finanzamts |
Kurz gesagt: Steuer-ID und Steuernummer sind nicht dasselbe. Die Steuer-ID gehört dauerhaft zu einer Person. Die Steuernummer gehört zu einem steuerlichen Vorgang beim zuständigen Finanzamt.
Dass es zwei Nummer gibt, ist historisch bedingt: Früher gab es nur die Steuernummer, die den Steuerpflichtigen mit der ersten Steuererklärung vom für sie zuständigen Finanzamt zugeteilt wurde. Die Steuernummer konnte sich im Lauf des Lebens mehrfach ändern, zum Beispiel nach der Hochzeit: Ehepaare bekamen eine gemeinsame Steuernummer, wenn sie bei gemeinsamer Veranlagung zum ersten Mal eine Steuererklärung beim Finanzamt abgaben.
Seit 2008 bekommt jede in Deutschland gemeldete Person die elfstellige Identifikationsnummer zugeteilt und vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) per Briefpost zugeschickt. Langfristig soll sie die Steuernummer ersetzen.
Tipp
Wenn dir deine Steuer-ID vorliegt, trägst du sie in das dafür vorgesehene Feld der Steuererklärung ein. Ist die Nummer gerade nicht auffindbar, kann das Finanzamt sie grundsätzlich ermitteln.
Ändern sich Steuer-ID oder Steuernummer nach der Heirat?
Deine persönliche Steuer-ID ändert sich durch die Heirat nicht. Sie bleibt auch bei einer Namensänderung dauerhaft gültig. Die Steuernummer kann sich dagegen ändern, etwa wenn Ehepartner und Ehepartnerinnen gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden oder ein anderes Finanzamt zuständig wird.
Wo finde ich meine Steuer-ID?
Deine Steuer-ID findest du in der Regel auf deiner Lohnsteuerbescheinigung oder deinem Einkommensteuerbescheid. Auch auf anderen Schreiben des Finanzamts kann sie angegeben sein. Achte auf Bezeichnungen wie »Identifikationsnummer«, »IdNr«, »Steuer-ID« oder »TIN«.
Findest du die Nummer dort nicht, kannst du beim Bundeszentralamt für Steuern eine erneute Mitteilung beantragen. Die Mitteilung erfolgt aus Datenschutzgründen per Brief.
So bekommst du deine Steuer-ID
Wenn du erst nach 2007 einen Wohnsitz in Deutschland angemeldet hast, bekommst du die steuerliche Identifikationsnummer, sobald die Meldebehörde (Einwohnermeldeamt) deine Daten an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermittelt hat. Auch hier gilt: Die Nummer wird dir automatisch zugeschickt, du musst sie nicht extra beantragen.
Tipp
Trifft die Steuer-Identifikationsnummer nicht innerhalb von drei Monaten ein, kannst du dich an das BZSt wenden. Dort werden die Nummern verwaltet.
Wo steht die Steuer-ID bei Kindern?
Eltern erhalten die Steuer-ID für ihre Kinder kurz nach deren Geburt, nachdem die Meldebehörde die Daten an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) weitergegeben hat. Die Nummer wird automatisch zugeschickt, man muss sie nicht extra beantragen.
Steuer-ID verloren: Wie kann ich sie erneut anfordern?
Am einfachsten lässt sich das Problem einer verlegten Steuer-Identifikationsnummer lösen, wenn du noch eine Lohnsteuerbescheinigung, deinen letzten Steuerbescheid oder ein Schreiben vom Finanzamt hast – denn auch dort ist die Nummer vermerkt. Die elfstellige Nummer verbirgt sich manchmal hinter dem Kürzel TIN, was für Tax Identification Number steht.
Tipp
Falls das nichts hilft und du auch keinen Brief mit der Steuer-Identifikationsnummer bei deinen Unterlagen findest, dann wende dich an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Das gleiche gilt, wenn du neu nach Deutschland gezogen bist. Zwar kennt auch dein zuständiges Finanzamt deine Steuer-ID, es darf sie dir aber nicht mitteilen.
Auf der Internetseite des BZSt gibt es ein Online-Formular, mit dem du deine Id-Nr anfordern kannst.
Folgende Angaben sind dafür erforderlich:
- Name
- Vorname
- Adresse
- Geburtsort
- Geburtsdatum
Wichtig
Die erneute Mitteilung der IdNr dauert einige Zeit: Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird die Steuer-Identifikationsnummer ausschließlich per Post an die aktuelle Meldeadresse verschickt und nie per E-Mail. Mit mindestens vier Wochen Wartezeit solltest du auf jeden Fall rechnen.
Welche Daten sind mit der Steuer-Identifikationsnummer gespeichert?
Die Daten, die das BZSt speichert, sind in § 139b Abs. 3 Abgabenordnung (AO) abschließend aufgeführt. Unter anderem gehören dazu:
- Steuerliche Identifikationsnummer
- Familienname
- frühere Namen
- Vornamen
- Tag und Ort der Geburt
- Geschlecht
- gegenwärtige oder letzte bekannte Anschrift
- zuständige Finanzbehörden
- Auskunftssperren nach dem Bundesmeldegesetz
- Sterbetag
- Tag des Ein- und Auszugs
- Staatsangehörigkeiten
- Datum des letzten Verwaltungskontakts
Die Daten werden spätestens 20 Jahre nach dem Todesjahr gelöscht.
Wofür brauchst du die Steuer-ID?
Die Steuer-ID benötigst du außer für die Einkommensteuererklärung noch in zahlreichen weiteren Fällen, zum Beispiel:
- Kindergeldantrag (dafür brauchst du deine eigene IdNr und die IdNr deines Kindes),
- Eröffnung eines Bankkontos,
- Einrichtung eines Freistellungsauftrags bei der Bank,
- BAföG-Antrag,
- Anträge für eine Riester-Rente,
- Rentenbezugsmitteilung.
Außerdem musst du auch deinem Arbeitgeber die Steuer-ID mitteilen.
Und falls du geschieden bist und deinem Ex-Partner bzw. deiner Ex-Partnerin Unterhalt zahlst, den du als Sonderausgaben in deiner Einkommensteuererklärung geltend machen möchtest, brauchst du die Steuer-Identifikationsnummer deines Ex-Partners bzw. deiner Ex-Partnerin (also des Unterhaltsempfängers).
Steuer-ID & Steuernummer: Das Wichtigste auf einen Blick
- Steuer-ID und Steuernummer sind zwei unterschiedliche Nummern.
- Die elfstellige Steuer-ID gehört dauerhaft zu einer Person und ändert sich grundsätzlich nicht.
- Die Steuernummer wird vom Finanzamt vergeben und kann sich ändern.
- Du findest deine Steuer-ID meist auf der Lohnsteuerbescheinigung oder dem
- Einkommensteuerbescheid. Bei Verlust kannst du sie beim BZSt erneut anfordern.
Autor: Redaktion Steuertipps
Zuletzt aktualisiert am 06.10.2026